Impuls und Diskussion im Rahmen des Symposiums „Baukultur im ländlichen Raum – zwischen Gülle und Idylle“

Über Jahrhunderte wurden das Bauen auf dem Land und die Landschaft durch die landwirtschaftliche Nutzung geprägt. Es entstanden wertvolle Kulturlandschaften mit eindrucksvollen Gebäuden, deren ästhetische Qualitäten durch die aktuellen Anforderungen an die Landwirtschaft zunehmend unter Druck geraten. Biogasanlagen und Massentierhaltung lassen ehemalige Hofstellen zu kleinen Industrieparks werden und stellen neben Windparks und Monokulturen einen erheblichen Eingriff in unsere Landschaft dar.

Demgegenüber steht der Trend – insbesondere in den urbanen Gesellschaften – das „Leben auf dem Land“ zu romantisieren. Medien wie Zeitschriften oder TV-Sendungen zeichnen ein idyllisches Bild vom „entschleunigten“ Wohnen und Leben im Einklang mit der Natur inmitten einer „bäuerlichen Kulturlandschaft“. Wie kann sich in diesem Spannungsfeld unterschiedlicher Ansprüche die Baukultur auf dem Land weiter entwickeln? Gesetzliche Rahmenbedingungen spielen hier ebenso eine Rolle wie die Frage nach einer sinnvollen Nutzung von ehemaligen Hofstellen. Das Symposium möchte Raum für den Austausch zu diesen Themen schaffen und so dazu beitragen, dass unsere Kulturlandschaften zukunftsfähig weiterentwickelt und zugleich ihre wertgebenden baukulturellen und landschaftlichen Merkmale erhalten werden können. Beispiele aus der Schweiz, Österreich und den Niederlanden zeigen, wie sich neue Gebäude in einen gewachsenen Kontext einbinden lassen. Können solche Entwicklungen auf Westfalen-Lippe übertragen werden?

Das Symposium wendet sich an Menschen, die durch ihr Wirken in Verwaltungen, Verbänden und Institutionen, als Planer, Architekten, Ingenieure und Landschaftsplaner wie auch als Bewirtschafter, Nutzer und Bewohner die Entwicklung und Gestaltung des ländlichen Raumes prägen.

 

Wann? 25. November 2015

Wo? LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster

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